
In der Logistik liegt wohl der massgebliche Unterschied zu einem Gasthaus oder einer Jugendherberge im Tal. Darin liegt denn auch die grösste Herausforderung für uns Hüttenwarte. Fernab von Swissgrid, ARA oder zumindest einer Migrosfiliale bewirtschaften wir eine Unterkunft für 155 Gäste, welchen wir weit mehr als nur die überlebensnotwendigen Grundbedürfnisse befriedigen. In einer Landschaft aus Fels und Eis.
Alles wird entweder auf der Hütte produziert, in der Umgebung gesammelt oder kostspielig hierhin transportiert.
Die wohl am häufigsten gestellte Frage ist: "Wie bringt ihr denn all die Sachen hier hinauf?" Mit einem Segelschiff natürlich! - Nein, natürlich nicht! Der Hubschrauber ist viel schneller und er fliegt auch bei Flaute. Neben den hohen Kosten ist es das Wetter, das heisst die Wind- und Sichtverhältnisse, welche dieser höchst effizienten Versorgungsmethode Grenzen setzen. Eine geschickte Lagerbewirtschaftung mit ausreichend Reserven macht sich also bezahlt, um nicht plötzlich mit den Achseln zucken zu müssen, wenn die Gäste hungrig und durstig an der Theke stehen.
Pro Kilogramm schlägt die Helikopterversorgung mit mehr als einem Franken zu Buche.
Pro Rotation bringt ein moderner Hubschrauber der lokalen Helikopterfirmen rund 650kg zur Hütte.
Pro Woche wird die Konkordiahütte während der Saison rund einmal mit Nachschub versorgt.
Der Konkordiahütte liegt eine rund 900 Meter dicke Eisschicht zu Füssen. Wasser im Überfluss? Die Hütte tront heute etwa 150 Meter über dem Aletschgletscher und die Energie um das Eis aufzutauen haben wir nicht. Auch nach einer flüssigen Quelle wurde bisher vergeblich gesucht. Was bleibt, ist das Sammeln von Schmelzwasser, welches von oberhalb der Hütte kommt und in grossen Tanks gelagert wird. Dieses muss vom Ende der Schneeschmelze bis zum Beginn der nächsten ausreichen. Etwa 70'000 Liter können über den Winter mit Sonnenkollektoren vor dem Einfrieren bewahrt werden.
Wasser ist also sehr kostbar hier auf der Konkordiahütte!
Energie um Wärme zu produzieren beziehen wir aus Holz, Gas und der Sonne. Ein sonniger Tag liefert genügend Wärme um einen grossen Teil des Hauses zu heizen und warmes Wasser aufzubereiten. Gekocht wird etwa zu gleichen Teilen mit Holz und Gas. Bescheidenere Verbraucher wie etwa die Beleuchtung, Tiefkühler, Telefon oder die Wetterstation können wir durch eine moderne Photovoltaikanlage mit Elektrizität versorgen.
