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Die Sage von den ruhelosen Seelen auf dem Konke-Platz

1877 wurde die erste Hütte am Standort der heutigen Konkordiahütte gebaut. Seither wird dieser Platz regelmässig von Menschen besucht und bewohnt.

Die Esswaren werden heute mit dem Helikopter hoch und die Abfälle wieder zurück ins Tal geflogen.

Bis relativ spät im 20. Jahrhundert haben die Konkordia-Besucher ihre Abfälle jedoch gnadenlos der Natur überlassen. Ein deutliches Überbleibsel jener Zeit sind unzählige, verrostete Blechdosen. Man sieht und findet sie vor allem unten auf dem Gletscher, wo sie wohl jeweils im hohen Bogen von der Hütte her gelandet sind.

Zugegeben, früher wussten es die Menschen nicht besser. Doch die heutigen Götter sind sehr zornig über die wenig umweltbewusste Abfallentsorgung aus vergangenen Zeiten. Und so kommt es, dass die Umweltsünder von damals noch keine Ruhe gefunden haben. In klaren Nächten, vor, bei und nach Vollmond, kann man ihre armen Seelen unten auf dem Konkordiaplatz sehen. Mit Laternen und Stirnlampen sind sie gezwungen, ihren Müll von damals bei Nacht und Nebel aufzuräumen. Wenn es eindunkelt, kann man sie von der Hütte aus unten auf dem Gletscher – in kleinen Gruppen arbeitend - beobachten.

Alljährlich führt die SAC Sektion Grindelwald Arbeitstage um die Hütte durch. Meistens wird an solchen Tagen auch die Umgebung der Hütte von den besagten rostigen Altlasten befreit. Es wird gemunkelt, dass gerade bei diesen Aufräumaktionen die Götter erneut an die Umweltsünden von damals erinnert werden und die armen Seelen ans Arbeiten schicken.

So geschehen und beobachtet auch im jüngsten Sommer nach dem Arbeitstag vom SAC am 11. Juli 2011.

 

Für das Phänomen der ruhelosen Seelen mit Stirnlampen auf dem Konkeplatz gibt es noch eine ganz einfache und logische, physikalische Erklärung. In klaren Nächten spiegelt sich der Schein des Mondes in kleinen Gletscherseelein unten auf dem Platz. Wenn zusätzlich noch einzelne Wolken vor dem Mond vorüber ziehen, leuchten die Seelein auf und erlöschen im nächsten Augenblick. Dies erweckt den Eindruck von Leuten mit Lichtern in Bewegung. Obwohl das Phänomen also im Grunde ein Spiel der Natur und einfach zu erklären ist, sein sagenhaftes Potenzial ist dennoch sehr faszinierend. 

Juli 2011, Laura

Last Updated on Saturday, 11 February 2012 11:48
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