Stillstand ist nicht unser Ding...

Die SAC Sektion Grindelwald setzt alles daran, die Konkordiahütte auf Vordermann zu halten!
Dass die Sanitäranlagen als Nächstes eine Modernisierung von Nöten hatten, war längst klar. Jetzt ist dieses Projekt vollendet und es hat sich gelohnt. Was entstanden ist, stellte einen Quantensprung im Dasein der Konkordiahütte dar. Und das nicht nur wegen der neuen WC's!

  • brauchte es neue Toiletten?

    Das alte WC-Häuschen stand getrennt von der Haupthütte und funktionierte noch wie zu Gotthelfs Zeiten. Ein Erlebnis war es allemal! Sowohl in einer windstillen und sternenklaren Nacht, wie auch während einem Schneesturm mit Windböen von 150km/h. Nicht minder eindrücklich waren die strengen Düfte und Geräusche oder die drohenden Spritzer nach dem "Plumps"!
    Nicht nur die gestiegenen Komfortansprüche unserer Gäste sondern auch die Verpflichtung gegenüber der Natur und den neuzeitlichen Bestimmungen, haben uns bewogen, die sanitären Anlagen auf einen modernen Stand zu bringen.

  • war überhaupt machbar?

    Systeme, die in hochalpinen Regionen funktionieren und noch dazu umweltschonend und wirtschaftlich betrieben werden können, sind rar.
    Zur Wahl blieben die Varianten, alles direkt ins Tal zu fliegen oder davor noch zu trocknen? Wir haben uns für die leichtere Lösung und damit für Sanisphère entschieden.
    Dieses Französische Trockentoilettensystem wird bereits auf zahlreichen hochalpinen Hütten erfolgreich eingesetzt. Z.B. auch bei unserem Nachbar, der Finsteraarhornhütte oder top modernen Tracuithütte.

  • kann das funktionieren?

    Ein Anbau auf der Nordseite bietet den benötigten Platz. Das System braucht zwei übereinanderliegende Stockwerke: Oben die Toiletten und unten die Trocknungseinrichtung. Das System ist vom Prinzip her sehr einfach. Feste und flüssige Bestandteile werden durch ein Förderband getrennt. Die flüssigen werden abgeleitet und die festen, welche ebenfalls zu weit über 80% aus Wasser bestehen, werden in luftdurchlässigen Säcken über lange Zeit ausgetrocknet. Damit das gelingt, braucht es neben Zeit hauptsächlich eine gute Belüftung. Diese verhindert auch die Geruchsausbreitung.
    Im Frühjahr, vor Beginn der Tourensaison, werden die Säcke ins Tal geflogen und der Kehrichtverbrennung zugeführt.

  • stehen wir zur Zeit?

    Der Umbau ist abgeschlossen. Die Hütte ist jetzt um vier Meter länger und wer sich nicht genau achtet, merkt kaum einen Unterschied.
    Das Innenleben hat es aber in sich. Hell und geräumig besteht jetzt auf dem Stockwerk der Schlafräume eine komfortable WC-Anlage. Sechs Kabinen, drei Pissoirs und für Männlein und Weiblein getrennte Waschräume. Auch der Technikraum für die Trennung und Trocknung der Fäkalien ist geräumig. Ganz zuoberst unter dem Giebel gibt es jetzt zwei komfortable Suiten.
    Fast etwas beiläufig wurde auch noch die Haslerhütte gründlich renoviert. Der untere Stock ist jetzt perfekt isoliert und mit neuen Betten ausgestattet. Ebenso gibt es einen neuen Ofen.

Die Bauzeit in Bildern...

  • 11. Mai

    Für das Einrichten der Baustelle wird der K-Max aufgeboten. Er hebt rund zwei Tonnen selbst auf diese Höhe.

  • 11. Mai

    Neben Gerüstbrettern und Stangen, Werkzeugen aller Art, Diesel und ganz viel Sprengstoff kommt auch ein Kleinbagger angeflogen.

  • Rundherum ist noch tüchtig Winter. Mehrmals beginnen die Arbeitstage mit Schneeräumen.

  • Die ausgesprengten Steine ergeben ein Vielfaches des Volumens und dadurch entsteht auf der Nordseite der Hütte ein grosser Platz, welcher später als zusätzlicher Landeplatz verwendet werden kann.

  • Wieviele Löcher mögen es wohl gewesen sein, welche in den harten Granit getrieben wurden, bevor eine nächste Sprengladung platziert werden konnte?

  • Kiloweise Sprengstoff wurde präzis dosiert zur Explosion gebracht.

  • 5. - 7. Juni

    An der Gewerbeausstellung im Juni in Grindelwald, hat die Sektion Grindelwald die Festwirtschaft betrieben. So konnte sogar die Zwischensaison perfekt genutzt werden, um das Projekt finanziell zu unterstützen.

  • Um dem Berg- und Wasserdruck standhalten zu können, wurde auf der Bergseite eine massive Betonmauer erstellt.

  • Wo vorher massiver Fels war, kann jetzt passgenau das Eisenfundament platziert werden. Darauf wird später eine Bodenplatte betoniert.

  • Bevor der Bagger wieder ins Tal geflogen wird, entsteht noch ein Weg zwischen Hütte und den Wasserreservoirs.

  • Die Halterung für die Wetterstation wird neu am Standort der Webcam montiert.

  • Das Ausgiessen des Unterlagsbodens ist mit den vorhandenen Mitteln eine ziemliche Knacknuss. Der Heli kommt im 15 Minuten-Takt mit 650kg Beton geflogen.

  • Jürg Henschel von der Firma Thies Clima am ungewohnt luftigen Arbeitsplatz. Alle Sensoren der Wetterstation werden wieder montiert und der auf 10 Meter verlängerte Mast wieder aufgerichtet. Alles funktioniert auf Anhieb wieder einwandfrei.

  • 10. Juli

    Auch die Schweizer Armee unterstützt den SAC regelmässig mit ihren wertvollen Diensten. Rund 10 Tonnen Material konnten mit einem Super Puma zur Hütte geflogen werden.

  • 16. Juli

    Der grosse Aufrichtetag. Was in langer, präzis geplanter Vorarbeit produziert wurde, konnte innert eines einzigen Tages aufgerichtet werden. Die Elemente wurden von Bellwald zur Hütte geflogen und direkt montiert.

  • Bevor noch das Dach aufgesetzt wird, müssen zwei grosse Wassertanks in den Dachstock platziert werden.

  • Bevor die Fassade fertiggestellt werden kann, müssen die Fenster eingebaut werden.

  • Wenn Fachleute vor Ort sind, gibt es noch dies und jenes, welches repariert und ersetzt werden soll. Esotec ersetzt ein Solarpanel auf der Haslerhütte.

  • Der ganze Anbau wird neu mit Eternit eingekleidet. Eine ganz schön aufwändige Arbeit!

  • Der riesige Haufen ausgesprengter Steine soll noch etwas in Form gebracht werden. Das und noch viel mehr wird am Arbeitstag der Sektion erledigt.

  • Für die Ableitung des Grauwassers wird eine 70 Meter lange Röhre verlegt. Damit sie nicht einfriert, wird das Grauwasser gesammelt und dann schwallweise entleert.

  • Auch die zwei Suiten unter dem Dach nehmen Gestalt an. Diese sollen dereinst die etwas gehobeneren Ansprüche befriedigen!

  • 22. Februar

    Aus dem Winterschlaf erwacht. Trotz widrigen Wetterverhältnissen wird mit Hochdruck am Innenausbau gearbeitet.

  • In der Haslerhütte wird der Winterraum gänzlich neu gestaltet. Was da nicht alles zum Vorschein kommt hinter den über hundertjährigen Balken.

  • Aus Alt macht Neu! Die Zimmereinrichtung für die Suiten wird angepasst und restauriert.

  • Plötzlich ist Improvisationstalent gefragt. Hinter die WC-Schüsseln soll noch eine Wand.

  • Nach getaner Arbeit! Die drei Sanisphère-Monteure haben quasi das Herzstück dieses Projektes eingebaut.

  • So sieht das jetzt aus. Geräumig und hell mit Waschräumen für Männlein und Weiblein.

  • Und auch die Suiten sind bereit. Frisch restaurierte Betten mit dicken Matratzen werden für erholsame Nächte sorgen.

  • Zu guter Letzt gibt es da noch einiges aufzuräumen. Die traditionellen Arbeitstage der Sektion werden dazu genützt um alles ins beste Licht zu rücken.

  • 25. Juni

    Klein aber fein wird der Anbau eingeweiht und mit rühmenden Worten dem Betrieb übergeben.

  • Auch vom Bergführerverein kommen die besten Wünsche übermittelt in Form eines farbenfrohen Kunstwerkes.

16. Juli, Aufrichtetag

von Nichts kommt Nichts!

Wie man sich vorstellen kann, kostet ein solches Projekt, fernab der Zivilisation, eine ganze Stange Geld. Letztlich war es rund eine Million Franken. Der zentrale Hüttenfond des SAC hat einen beträchtlichen Batzen beigesteuert und nach Beiträgen aus dem Lotteriefond und teils namhaften und zahlreichen Spenden blieb ein Rest, den die Sektion Grindelwald mit Eigenkapital und Hypotheken bewältigen konnte.

Selbstverständlich engagierte sich die Sektion Grindelwald ebenfalls durch zahlreiche unentgeltliche Arbeitseinsätze sowie ein Engagement an der Gewerbeausstellung in Grindelwald. Durch den Betrieb der Festwirtschaft konnte der Gewinn von 14'568.60 für dieses Projekt investiert werden.

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die uns finanziell, materiell oder durch ihren Arbeitseinsatz unterstützt haben!

Sponsoren

  • Stiftung Hasler / CHF 50'000.-
  • Gemeinde Grindelwald / CHF 8'500.-
  • Gemeinde Fieschertal / CHF 5'000.-
  • Ida Sutter / CHF 4'000.-
  • HGG Grindelwald / CHF 3'000.-
  • Wettbewerb Gewerbeausstellung / CHF 2'182.30
  • Sarah & Christoph / CHF 2'000.-
  • Niklaus Ryser / CHF 2'000.-
  • Bank EKI / CHF 2'000.-
  • Rosmarie Meyrat / CHF 1'000.-
  • Kaufmann Rita & Johann / CHF 1'000.-
  • Esotec Energie - Technik / CHF 1'000.-
  • Elsbeth und Urs Zumbrunn / CHF 1'000.-
  • Familie Bleuer / CHF 500.-
  • Nathalie Pedrini / CHF 500.-
  • Simon Wenger / CHF 500.-
  • Gertsch Peter und Heidi / CHF 400.-
  • Fröhlicher Thomas / CHF 400.-
  • Entrag AG / CHF 225.-
  • Hochuli-Sommer Hans / CHF 50.-
  • Jungfraubahnen / Infrastruktur
  • Grapos Softdrink / Naturalleistungen
  • Hotel Kirchbühl / Zimmereinrichtung für Suiten
  • Prantl Bauplaner AG / Teilplanungsarbeiten